Predigt zu 1. Mose 50, 15-21

 

Predigt zu Matthäus 10, 34 – 39
Jesus macht das ein bisschen anders, radikaler! Er will, dass wir ihm konsequent nachfolgen.
Hören wir dazu Worte Jesu aus Matthäus 10:
34 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. 36 Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. 37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. 38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert. 39 Wer sein Leben findet, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden.
Liebe Gemeinde, schwere Worte sind das, wenn er sagt: „Meint nur nicht, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Erde zu bringen.“ 
Doch Jesus, das meinten wir bisher eigentlich schon, oder nicht?
Und weiter: „Nein, keinen Frieden, ich bringe Kampf!“ 
Aber Kriege gibt es doch schon genug auf dieser Welt. Wenn wir anfangen aufzuzählen, hört es kaum auf. Wenn du jetzt auch noch damit anfängst, wo sollen wir denn dann noch Schutz und Geborgenheit erfahren. Wo sollen wir hin, Herr Jesus, wenn nicht zu dir? Bist du nicht der Friedefürst?
Und weiter im Text: „Ich werde Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Schwiegertochter und Schwiegermutter gegeneinander aufbringen. Die schlimmsten Feinde werden in der eigenen Familie sein.“ 
Jesus, bist du dir da sicher? So kennen wir dich doch gar nicht. Sollen wir nicht vielmehr aufeinander achten und gut zueinander sein, gerade in unserer Familie?
„Wer seinen Vater oder seine Mutter, seinen Sohn oder seine Tochter mehr liebt als mich, der ist es nicht wert, dass ich für ihn da bin. Und wer nicht bereit ist, diese Lasten auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, der kann nicht zu mir gehören.“ 
Sag mal ehrlich, wer soll denn das alles schaffen?
Und -  der Abschnitt ist noch gar nicht zu Ende?
39 „Wer sich an sein Leben klammert, der wird es endgültig verlieren. Wer es aber für mich einsetzt, der wird ewig leben und damit sein Leben gewinnen.“ 
Klingt das nicht unmöglich? Und das steht nicht irgendwo im Alten Testament bei extremen Propheten mit langem Bart, die wir sowieso nicht so ganz ernst nehmen. Das sind auch nicht einige der über 600 Gesetze aus den Mosebüchern am Anfang der Bibel. Diese Sätze, sehr geehrte Hörer, hat Jesus Christus selbst gesagt. Und das mitten im Evangelium, bei Matthäus Kapitel 10. Dieses Kapitel hat es in sich. Hier treffen wir einen entschlossenen Jesus.  Er beruft seine zwölf Jünger und sendet sie wie Schafe unter die Wölfe. Die Rede auf den Weg ist schonungslos und entwaffnend. Jesus nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Er schenkt den künftigen Chefs der Kirche reinen Wein ein, der eher bitter schmeckt. Worum geht es Jesus?
Ganz klar, es geht ihm darum, dass sich seine Jünger nichts vormachen. Wer mir nachfolgt, sagt Jesus, dem verspreche ich keinen leichten Weg, aber einen der zum Leben führt.
Wir denken ja schon gelegentlich so: Ich nehme Jesus mit in mein Leben auf, lasse ihm ein wenig Raum, sagen wir 5- 10 Prozent und dann hat er gefälligst dafür zu segnen. Da aber spielt Jesus nicht mit. Lasst all euer Reden und all euer Tun von mir bestimmen. Eure Haltung, eure Werte, euer Leben soll durchdrungen sein von der Botschaft. Was ich von euch fordere: 100 Prozent. Was ihr dafür bekommt? Wir denken ja so:  Ich als Pfarrer, setze mich für die Gemeinde ein, da sollte die doch wenigstens dankbar sein und Gott muss mich belohnen. Aber stattdessen: die Gemeinde wächst nicht, sie schrumpft, Christen meinen, sie könnten ohne den sonntäglichen Segen leben und Gottes Belohnung, davon merken wir auch wenig.
Orden sind in der Arbeit als Christ aber nicht zu erwarten, sagt Jesus. Stattdessen erwarten die Jünger herbe Begleiter, damals endeten manche ja sogar als Märtyrer. Und diese Rede gipfelt im heutigen Absatz: Jesus sagt sogar, dass Familien wegen ihm auseinanderbrechen. Damals eine harte Realität.
Nehmen wir die Legende der Barbara, die heute in unserer Kirche abgebildet ist. Barbara von Nikomedien (heute Izmid, Türkei), Märtyrin, soll ein außergewöhnlich schönes und anmutiges Mädchen gewesen sein, das im Geheimen freundschaftliche Beziehungen zu Christen unterhielt, die damals in großer Angst vor Verfolgung leben mussten. Da Barbaras Vater die Veränderung, die in seiner Tochter vorging, bemerkte, ihren Umgang mit Christen aber zutiefst missbilligte, schlug er sie und sperrte sie in einen Turm, um sie zum Gehorsam zu zwingen. Als sie dennoch alle Heiratsanträge von heidnischen jungen Männern ablehnte und sich offen zum Christentum bekannte, wurde Barbara, so erzählt es die Legende, - auf die Anzeige des Vaters hin - gefangen genommen und vor den Richter gezerrt. Dieser verurteilte sie wegen ihrer Standhaftigkeit zum Tode. Nach grauenvoller Gewalt hauchte sie ihr Leben aus. Das Todesjahr soll 306 gewesen sein.
Die Auflösung der Familie als Folge dafür, dass jemand Christus folgt.
Auf gut Deutsch sagt Jesus uns auch heute folgendes: Eines müsst ihr von Anfang an wissen: an mir scheiden sich die Geister!
Wer christliche Harmonie sucht, der ist hier falsch. Wer nur Sonne will, kann sich nach dieser Rede einen neuen Herrn suchen. Wer bisher gedacht hat, dass es Christen immer gut gehen muss, der wird heftig korrigiert.
Jesus sagt uns, wenn wir ihm nachfolgen, werden wir nicht mehr von allen geliebt. Ist das attraktiv: Ewiges Leben erben, tiefgründig und sinnvoll leben, im Einklang mit der Schöpfung und in einer starken Gemeinschaft, der Gemeinde? Das Leben in seiner ganzen Fülle werden seine Kinder haben, hat er versprochen – aber nicht, dass es immer leicht sein wird.
Immer wieder haben wir klar Stellung zu beziehen für das, was uns trägt: für Christus. Wir können nicht auf beiden Seiten hinken.
Das kann weitreichende Folgen haben, als Christ zu leben. Nicht nur, dass wir Verantwortung übernehmen müssen für das Leben. Die Bewahrung der Schöpfung, nicht mitmachen beim Runtermachen, nicht Lustig-machen über Menschen, die anders sind, nicht nur oberflächliches Abfeiern ist unser Lebensinhalt, nicht nur Action und Spaß, …..
Die Lebensumstände, in die ich gestellt bin, werden in Frage gestellt. So etwas kannst du nur mit einer soliden Begründung machen. Jesus hat sie.
Jesus predigt seinen Leuten Klartext. Hin- und Her-Gerissen-sein, das will er nicht. Er will Follower.
Entweder du bist Christ, dann leb auch so. In der islamischen Welt werden Christen oft aus der Familie gestoßen. Das liegt zwar nicht in der Absicht Jesu, aber es gehört zur menschlichen Realität, dass die, die ihm folgen, nicht überall dazugehören können.
Nicht die beste Werbung für unseren christlichen Glauben.
Aber: Was gibt mir mein Herr? Leben.
Lohnt sich das? Aber ganz bestimmt.
Wenn ich ihm immer folge, wird mir dann etwas fehlen – ganz bestimmt nicht!
Letztlich geht es in unserem nicht harmonischen Bibelabschnitt um das 1. Gebot. Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm vertrauen.
Ihn an die erste Stelle setzen, das wäre gut für uns alle, persönlich und als Gesellschaft.
Ich schließe mit dem, was ich für meine Konfirmation auswendig lernen musste und was mich heute noch bewegt und hin und wieder auf den richtigen Weg zurückruft:
Frage: Wie tun Christen ihren Zeugendienst recht?
Antwort:
Wir sind der ganzen Welt die gute Botschaft schuldig.
 Wir sollen aber von Christus nicht bloß Worte machen, sondern ihm nachfolgen und darum nicht mittun beim Unrecht, nicht schweigen zum Bösen, ins Kreuz uns schicken und unsrem Nächsten in seiner Not helfen, wie unser Herr uns hilft. So gehorchen wir seinem Wort:
 IHR SEID DAS LICHT DER WELT.
 LASSET EUER LICHT LEUCHTEN VOR DEN LEUTEN,
 DASS SIE EURE GUTEN WERKE SEHEN
 UND EUREN VATER IM HIMMEL PREISEN. 
(Matthäus 5, 14+16)