Predigt zum Thema Barmherzigkeit und Glück

Predigt – beginnt mit Lesungen

  1. Gott hat sein Herz an uns verloren. Das bedeutet das biblische Wort: „Barmherzigkeit“. Gott hat sein Herz an uns verloren. Wir hören sieben Beispiel für Gottes Barmherzigkeit aus der Bibel und dazwischen sieben Zitate berühmter Menschen

  2. Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! Und Gott sprach: Ich will den Namen des HERRN vor dir ausrufen, der lautet: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.

  3. Franz von Assisi hat gesagt: Kleine Gesten der Liebe, der Zärtlichkeit und der Barmherzigkeit zeigen uns, dass der Herr mit uns ist: so öffnet man das Tor zum Leben.

  4. Aus Psalm 103: Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.

  5. Ein wenig Barmherzigkeit macht die Welt weniger kalt und viel gerechter. Wir haben es nötig, diese Barmherzigkeit Gottes gut zu verstehen, sagte Mutter Teresa.

  6. Als Jesus beim Essen war, kamen viele Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Einige Fromme sagten zu seinen Jüngern: Wie kann Jesus zusammen mit Sündern essen? Jesus sagte darauf: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.

  7. Bist du reich und lebst in Ruh' / die Armen nicht vergessen tu'; / Denn gar leicht ein armer Mann / aus dem Reichsten werden kann
    von Johann Nepomuk Vogl

  8. Eine der bekanntesten biblischen Erzählungen und ein gutes Vorbild ist das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Der Fremde kümmerte sich als einziger um einen Mann, der von Räubern schwer verletzt wurde und am Wegesrand lag.

  9. Ein Zitat von Mohammed, dem Gründer des Islam: Jede gute Tat ist Barmherzigkeit. Dem Dürstenden Wasser reichen ist Barmherzigkeit. Einen Stein aus dem Weg schaffen ist Barmherzigkeit. Dem Wanderer den Weg zeigen ist Barmherzigkeit. Lächeln, dem Nächsten ins Antlitz schauen ist Barmehrzigkeit.

  10. Jesus sagt in der Bergpredigt: Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

  11. Von Martin Luther: Die Barmherzigkeit Gottes ist wie der Himmel über uns. Unter diesem Dach sind wir sicher, wo wir auch sind.

  12. Jesus sagte: Wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater im Himmel ist!

  13. Seid barmherzig. Das Leben ist schon schwer genug! von Kurt Tucholsky

  14. Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben.

 

"Was ist Glück?"

Wenn jeder das einmal selbst kurz überlegt. Was ist Glück?

 

Glück ist, in einer stabilen Gemeinschaft zu leben, gesund zu sein, eine wohlbehaltende Persönlichkeit entwickeln zu können, sich zu entfalten, Freunde zu haben – vieles gehört dazu.

 

"Was ist Glück?" Glück ist, zum rechten Zeitpunkt in der S-Bahn in einer fremden Stadt jemandem gegenüber zu sitzen, der mir den richtigen Weg zeigt. Hilfe zu erfahren kann glücklich machen und auch zu helfen.

 

"Was ist Glück?" Als ich mir diese Frage im Blick auf Eure Konfirmation gestellt habe, hab ich die Turmfalken hoch oben im Kirchturm beobachtet. Die jungen Turmfalken wirken zur Zeit besonders glücklich. Jetzt fliegen sie aus, aber noch kehren sie zurück zum Nest, aber mehr und mehr entfernen sie sich, drehen größere Runden, bis sie eines Tages ganz selbständig geworden sind. Sie gleichen Euch, liebe Konfirmanden, und sie zu sehen, wie sie da so frei und unabhängig fliegen - auch das ist Glück für mich.

 

"Was ist Glück?" - Eine Taschengelderhöhung. Geldgeschenke zur Konfirmation?

Ja, sicher, warum nicht. Wer könnte bestreiten, dass es uns gut tut, wenn wir uns etwas leisten können. Uns einen Wunsch erfüllen oder sparen auf größere Wünsche.

 

"Was ist Glück?" - Wieder mal bei Oma Erdbeerkuchen essen? Ja, auch das kann Glück sein. Wer könnte bestreiten, dass es zu den Highlights zwischen Enkeln und Großeltern gehört, sich einfach ohne Reue drei bis vier Stück Erdbeerkuchen zu gönnen - und dabei noch im Vertrauen so manches zu bequatschen, was die Eltern nicht wissen müssen. Gott sei Dank, gibt es solche Omas und Opas - die sind Gold wert.

 

"Was ist Glück?" -  Gesundheit. Bestimmt: Gesundheit ist eines der höchsten Güter und gehört zum Glücklichsein dazu, zumindest wenn dazu der Lebensmut tritt und die Zufriedenheit.

 

"Was ist Glück?" - Ein Ticket für ein Fußball Endspiel, vielleicht da, wo der Meister gefeiert wird? Ja, sicher, warum nicht? Obwohl, nicht alle sind Fußball-Fans, manch einer wird jetzt gelangweilt abschalten - viele andere Herzen schlagen höher bei der Vorstellung, wirklich im Stadion zu sitzen bei einem WM-Spiel.

 

Glück, das ist etwas, was mit mir persönlich und meinem Wohlbefinden zu tun hat: Gesundheit, Zufriedenheit, Freiheit im Großen wir im Kleinen.

Aber Glück, das kann man eigentlich nicht für sich selbst behalten. Glück hat immer auch mit den anderen zu tun. Glück ist 

- gesunde Kinder zu haben und sie aufwachsen zu sehen

 - in einer intakten Familie zu leben

 - gute Freunde zu haben

 - Frieden

 - in einer Gemeinschaft zu sein, die füreinander da ist – wie die Kirche zum Beispiel.

 

All das sind Dinge, die mit den anderen zu tun haben. Glück hat sehr viel damit zu tun, dass Menschen miteinander in Familie, Gemeinde, Freundschaft und in der weiten Welt miteinander leben, sich verständigen, sich unterstützen

 

Und es hat mit Gott zu tun, dem wir dieses Leben zu verdanken haben. Nicht weil wir es verdient haben, sondern weil er barmherzig ist.

 

Das Leben – sein Geschenk.

Dass ich so bin wie ich bin – sein Geschenk.

 

Und nun sollen wir so barmherzig mit unseren Mitmenschen umgehen.

Barmherzigkeit, das bedeutet mit Hungrigen zu teilen. Ihr habt beschlossen euer Konfirmationsopfer an die Diakonie Katastrophenhilfe zu geben für afrikanische Menschen, die gerade in einer Hungersnot sind: gut gemacht.

Barmherzigkeit, das bedeutet mit Menschen, denen gerade die Worte fehlen, mitzufühlen und beizustehen.

Barmherzigkeit, das bedeutet auch mal Menschen weiterzuhelfen indem man sie in mein Leben hineinschauen lässt, vielleicht auch mal jemanden aufnimmt, der einsam ist in den Freundeskreis.

All das gehört zu einer menschlichen Welt.

Dazu sollt ihr Beitrag. In der Konfirmation morgen werdet ihr eingesetzt in das Priestertum aller Gläubigen. Ab da seid ihr als Erwachsene in der Kirche dazu aufgerufen dazu beizutragen, dass die Welt ein guter Ort für möglichst viele wird. Euer eigenes Leben, das sollt ihr entfalten. Es steht unter der Barmherzigkeit Gottes stehen und ihr sollt das so weiter geben an möglichst viele.

Die Kirche soll genau dazu beitragen, dass Gutes und Barmherzigkeit uns folgen unser Leben lang. Dazu helfe uns allen der Barmherzige. Amen.