Gottesdienst zur Jahreslosung aus Lukas 6, 36

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Musik zum Eingang

In der Stille angekommen
1. In der Stille angekommen, werd ich ruhig zum Gebet. Große Worte sind nicht nötig, denn Gott weiß ja, wie's mir geht.
Danken und loben, bitten und flehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn.

2. In der Stille angekommen, leg ich meine Masken ab. Und ich sage Gott ganz ehrlich, was ich auf dem Herzen hab.
Danken und loben, bitten und flehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn.

3. In der Stille angekommen, schrei ich meine Angst hinaus. Was mich quält und mir den Mut nimmt, all das schütt ich vor Gott aus.
Danken und loben, bitten und flehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn.

4. In der Stille angekommen, nehm ich dankbar, was er gibt. Ich darf zu ihm "Vater" sagen, weil er mich unendlich liebt.
Danken und loben, bitten und flehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn.

Votum - Begrüßung
Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (gesungenes Amen)
Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes neues Jahr! Ein neues Jahr liegt vor uns. An jedem dieser Tage wird uns die biblische Jahreslosung begleiten: „Seid barmherzig wie euer Vater barmherzig ist!"
Lassen wir uns in dieser Stunde stärken und ermutigen für unseren Weg in das neue Jahr.


EG 705 Psalm 8

Herr, unser Herrscher,
wie herrlich ist dein Name in allen Landen,
der du zeigst deine Hoheit am Himmel!
Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge
hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen.
Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,
den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst,
und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst?
Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott,
mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.
Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk,
alles hast du unter seine Füße getan:
Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere,
die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.
Herr, unser Herrscher,
wie herrlich ist dein Name in allen Landen!
Ehr sei dem Vater…


Eingangsgebet – Stilles Gebet
Barmherziger und gnädiger Gott,
das neue Jahr hat begonnen. Was liegt da vor uns? Wir wissen es nicht. Aber du begleitest uns. Viele Pläne zu machen ist uns ja gerade noch verwehrt. Wir legen unsere Zukunft in deine Hand und bitte dich um Kraft, Kreativität und Weisheit für alles was vor uns liegt.
Vor dich kommen wir, wie wir sind, ängstlich oder mutig, fröhlich oder traurig – du weißt es und stehst uns bei.
Vor dich legen wir alles was uns am Herzen liegt in der Stille.

Instrumental

Predigt zur Jahreslosung

Das ist wirklich ein ungewöhnliches Jahr gewesen. Ein verrücktes Jahr liegt hinter uns, seitdem die Corona-Pandemie über uns hereinbrach. Und noch mehr als zu jedem Jahresbeginn liegt die persönliche und gesellschaftliche Zukunft im Ungewissen. Denn das Leben läuft eben derzeit so gar nicht in vertrauten Bahnen. Werden wir zur Normalität zurückfinden, oder bleibt alles ganz anders?

Die Corona-Pandemie hat viele vermeintliche Gewissheiten erschüttert, denn sie hat gezeigt, wie verletzlich unser Leben ist und bleibt. So schauen viele von uns auch mit bangem Blick in das neue Jahr.

In diese Situation spricht die biblische Jahreslosung für das Jahr 2021 für mich besonders: „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Lukas 6,36

Diese Worte stammt aus der „Feldrede“ bei Lukas, der Parallele zur bekannten Bergpredigt bei Matthäus. Jesus spricht auf einem Feld zu einer großen Menschenschar. „Und alles Volk versuchte ihn anzurühren, denn es ging Kraft von ihm aus.“ (Vers 19) Heilung geschieht hier durch die Kraft, die Jesus verströmt. Wo Menschen Gott begegnen und vertrauen, da erfahren sie eine solche heilsame, lebensförderliche Energie Gottes. Wie dringend brauchen wir die, gerade in diesen Zeiten.

Diese Energie wird dann näher beschrieben. Es ist die Kraft der Liebe: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Die Energie der Barmherzigkeit – sie kann das Leben verändern. Und das brauchen wir.

„Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.“ Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Beginn des Corona-Ausbruchs gesagt. Das stimmt. Es stimmt immer, und es stimmt derzeit besonders.

Leider ist das gar nicht selbstverständlich. Es herrscht Anspannung und Leiden unter der lange andauernden Beschränkung unserer Freiheit. Dass bei manchen nach Monaten im Ausnahmezustand die Nerven angespannt sind, kann man verstehen – und das nicht nur bei den Menschen, bei denen es um ihre wirtschaftliche Existenz geht.

Nicht akzeptieren kann ich aber, wenn Medien, die als „soziale Medien“ doch dem Miteinander dienen sollen, zu Tummelplätzen für Hassreden, Beleidigungen und Verschwörungen werden. Rechthaberei und Unbarmherzigkeit werden keine Heilung in Krisen bewirken. Wir dürfen uns an diesen Ton nicht gewöhnen. „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Jesus verbindet den Ruf zur Barmherzigkeit mit der schlichten Mahnung: „Richtet nicht“, und das können wir alle im Alltag Tag für Tag umsetzen.

Wir dürfen uns aber auch nicht die Perspektive verrücken lassen. Barmherzigkeit haben gerade in der Krise Viele gezeigt: in der Pflege in Altenheimen und Krankenhäusern, mit Waiblingen liefert, mit Lichtertütenaktion, mit dem Adventsfenster und vielem mehr. Aber auch indem wir andere schützten, in den Nachbarschaften und Gemeinden spontan und kreativ Hilfen ermöglichten. Weit ab von manchen schrillen Tönen ist die Corona-Zeit längst zu einer Erfahrungszeit gelebter Barmherzigkeit geworden.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Das ist kein moralischer Appell, den Jesus an seine Gemeinde richtet. Er erinnert uns vielmehr daran, dass wir alle immer wieder Barmherzigkeit und Gnade erfahren haben. Aus dieser Kraft leben wir. Weil Gott die Liebe ist.

Und eben deshalb, weil wir Barmherzigkeit zuerst selbst erfahren und Gott „Vater“ nennen dürfen, deshalb können wir auch von dieser Kraft weitergeben. Bei all den Herausforderungen, vor die wir im Jahr 2021 gestellt sind, brauchen wir Kräfte, die heilen. Natürlich hoffen wir sehr auf einen medizinisch wirksamen Impfstoff, unbedingt. Aber wir brauchen auch Heilung für unser Miteinander. Das wäre ein guter Impfstoff für die Seele, meine ich. Großherzig und warmherzig miteinander umgehen, wie das der Vater im Himmel tut.

Zwar ist die Jahreslosung für 2021 dem Neuen Testament entnommen, doch ich dachte sofort an das entsprechende Wort im Alten Testament. Die hebräische Wurzel racham hat als Verb die Bedeutung "sich jemandes erbarmen". Als Substantiv rächäm hat das Wort zwei Bedeutungen, die auf den ersten Blick kaum etwas miteinander zu tun haben: in der Einzahl "Mutterschoß"/"Gebärmutter", in der Mehrzahl "Inneres"/"Eingeweide" und zugleich "Barmherzigkeit"/"Erbarmen". Für die hebräische Bibel ist das gar nicht unlogisch: Immer wieder bringt sie Aspekte des menschlichen Lebens mit der Regung von Organen oder Körperteilen zusammen.

Im Falle der Barmherzigkeit regt sich also die Gebärmutter: "Die Gefühle, die eine Mutter empfindet, die ihr Neugeborenes zum ersten Mal in den Händen hält, (…) kommt der eigentlichen Bedeutung des Begriffs 'Barmherzigkeit' im Sinne von 'zärtlichem Erbarmen' am nächsten. So lässt sich auch das Verhältnis des (…) himmlischen Vaters zu seinen Kindern (…) am besten beschreiben."

So liebevoll, so zugeneigt, so großherzig und warmherzig geht Gott mit uns um. Wenn wir das auch so pflegen, dann wird die Pandemie besser durchzustehen sein, dann wird unsere Umwelt zu einem menschlicheren Ort, dann würden wir die Ressourcen der Erde besser schützen, dann wäre ein bisschen Reich Gottes schon da.

Ein gesegnetes Jahr 2021 wünsche ich Ihnen.

Amen.
Wp 70 Mit dir o Herr die Grenzen überschreiten

1. Mit dir, o Herr, die Grenzen überschreiten, mit deinem Geist die engen Herzen weiten. Herr Jesus Christ, gib uns in deiner Gnad, dass wir dich ehrn mit Worten und mit Tat.
Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn!

2. Für Fried und Freud hast du uns, Herr, geschaffen; in deinen Dienst stell alle unsre Gaben. Versöhnung schenk, wo Menschen sich entzweit, Hass und Gewalt vertreib aus unsrer Zeit.
Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn!

3. Du hast am Kreuz die Sünde überwunden und uns mit Gott in Liebe neu verbunden. In deinem Wort und deinem Sakrament erkennen wir des Glaubens Fundament.
Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn!

4. Der Ostersieg erschließt uns neues Leben, er lädt uns ein, die Hände hinzugeben zum Aufbau einer guten, heilen Welt, in der dein Licht, o Herr, den Weg erhellt.
Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn!

5. Wir bitten dich um deiner Weisheit Stärke. Beleb uns, Gott, gib uns die Kraft zum Werke. Den Glauben mehr', dass wir dein' Willen tun. Lieb, Hoffnung, Mut bestimme unser Tun.
Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn!

6. Mit allen Menschen lehre uns zu teilen. So fallen Grenzen, können Wunden heilen. Dein Wort und Brot schenkt uns die Einigkeit. Vom Tod zum Leben hast du uns befreit!
Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn! Halleluja! Lobet den Herrn!

Fürbitte - Vaterunser
Gott, wir sind dankbar, dass du unsere Anfänge segnest und uns vorangehst.
Wir wagen es, alles von dir zu erbitten und zu erhoffen.
Herr, um Klarheit bitte ich dich für das neue Jahr.
Um Orientierung und Durchblick.
Führe du mich auf dem rechten Weg
und lass nicht zu, dass wr falsche Wege gehen.
Schenke du uns ein Ohr für das rechte Wort,
ein Auge für den Nächsten, der uns braucht,
Verstand, den rechten Augenblick zu erkennen
und Mut, das Entscheidende zu tun.
In allen Möglichkeiten des neuen Jahres
schenke uns ein Herz, das für dich offen ist.
Herr unser Gott,
Wir bitten dich für all das Unbekannte, das vor uns liegt. Nimm es in deine guten Hände. Beschütze und begleite uns alle Tage unseres Lebens.
Dir vertrauen wir unsere Kinder und Enkel an, unsere Eltern, Großeltern, Geschwister und Familien. Lass sie erkennen, dass du es bist, der alles in Händen hat und der alles gibt, was wir wirklich brauchen.
Wir bitten dich für unsere Kirchengemeinde und ihre Weiterentwicklung. Mach uns bereit für deine Wege und lege auf uns deinen Segen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rüste aus mit deinem Heiligen Geist und verleihe deinem Wort Vollmacht, dass diese Kirche und diese Gemeinde ein Ort sein darf, an dem dein Reich gebaut wird.
Wir bitten dich für unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden, für den Religionsunterricht und für alle Gruppen, in denen dein Wort verkündet wird.
Alles stellen wir unter deinen Willen und wissen, dass er gut für uns ist.


Wp 189, 1-3 Sei behütet
Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht. Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht.

1. Mitten in der grauen Alltagswelt, die sangund klanglos mich beengt, höre ich ein Lied, das mir gefällt, und das mir Perspektiven schenkt.
Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht. Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht.

2. Manchmal, wenn ein Tag zu Ende geht und die Nacht durch alle Ritzen dringt, spüre ich den Wind, der uns umweht und diese Zeilen mit sich bringt.
Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht. Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht.

3. Immer, wenn wir auseinander gehn, spür ich Trauer, fühl ich mich allein. Und bis wir uns einmal wiedersehn, solln die Worte dein Begleiter sein.
Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht. Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht.

 
Segen
Musik zum Ausgang