Predigt zu Jona 1 - 2,3+11

 

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Musik zum Eingang

Ww+ 15, 1+2+5 Dass die Sonne jeden Tag

1. Dass die Sonne jeden Tag wieder neu am Himmel steht, dass in deinem Wissen, Gott, das Geringste nicht verweht:

Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst, unsre Freude unser Leid, ja unser Leben.

2. Dass die Not, die uns bedrückt, von dir selbst erlitten ist, weil du, Gott, in deinem Sohn uns ganz nah geworden bist.

Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst, unsre Freude unser Leid, ja unser Leben.

5. Dass du uns Gemeinschaft schenkst immer wieder wie ein Fest, dass du uns durch deinen Geist ganz lebendig werden lässt.

Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst, unsre Freude unser Leid, ja unser Leben.

 

Text und Melodie: Kathi Stimmer-Salzeder. © Musik und Wort, Aschau

Votum – Begrüßung - Wochenspruch

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (gesungenes Amen)

Gott teilt alles mit uns: Leid und Freude, ja unser Leben! Denn er ist das Leben.

Christsein, das ist auf eine Gemeinschaft angelegt, die sich beisteht und trägt, die füreinander hofft, glaubt und betet. Jesus geht sogar noch weiter, er sagt, dass wir ihn hören durch unsere Mitchristen.

Der Wochenspruch: Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. Lukas 10,16

Psalm 1

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen

noch tritt auf den Weg der Sünder

noch sitzt, wo die Spötter sitzen,

sondern hat Lust am Gesetz des Herrn

und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!

Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen,

der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,

und seine Blätter verwelken nicht.

Und was er macht, das gerät wohl.

Aber so sind die Gottlosen nicht,

sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.

Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht

noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,

aber der Gottlosen Weg vergeht.

Ehr sei dem Vater

Eingangsgebet-Stilles Gebet

Herr Jesus Christus. Alle Tage unseres Lebens begleitest du uns und gibst uns das Leben und alles, was wir wirklich brauchen, damit unsere Seele leben kann und sich entfalten. Nun bitten wir dich für diesen Gottesdienst. Diene uns mit deinem Wort und gib uns daraus Segen, damit wir gestärkt weitergehen, um mit dir an unserer Seite die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Stärke uns, damit wir weiter fröhlich dir nachfolgen.

Dich preisen wir, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst in Ewigkeit.

In der Stille öffnen wir Gott unser Herz.

 

Schriftlesung Jona 1,1 bis 2,3+ Vers11

1 Es geschah das Wort des HERRN zu Jona, dem Sohn Amittais: 2 Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen. 3 Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem HERRN nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. Und als er ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er Fährgeld und trat hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weit weg vom HERRN. 4 Da ließ der HERR einen großen Wind aufs Meer kommen, und es erhob sich ein großes Ungewitter auf dem Meer, dass man meinte, das Schiff würde zerbrechen. 5 Und die Schiffsleute fürchteten sich und schrien, ein jeder zu seinem Gott, und warfen die Ladung, die im Schiff war, ins Meer, dass es leichter würde. Aber Jona war hinunter in das Schiff gestiegen, lag und schlief. 6 Da trat zu ihm der Schiffsherr und sprach zu ihm: Was schläfst du? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken, dass wir nicht verderben. 7 Und einer sprach zum andern: Kommt, wir wollen losen, dass wir erfahren, um wessentwillen es uns so übel geht. Und als sie losten, traf's Jona. 8 Da sprachen sie zu ihm: Sage uns, um wessentwillen es uns so übel geht? Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du, und von welchem Volk bist du? 9 Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte den HERRN, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat. 10 Da fürchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm: Was hast du da getan? Denn sie wussten, dass er vor dem HERRN floh; denn er hatte es ihnen gesagt. 11 Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir denn mit dir tun, dass das Meer stille werde und von uns ablasse? Denn das Meer ging immer ungestümer. 12 Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer still werden und von euch ablassen. Denn ich weiß, dass um meinetwillen dies große Ungewitter über euch gekommen ist. 13 Doch die Leute ruderten, dass sie wieder ans Land kämen; aber sie konnten nicht, denn das Meer ging immer ungestümer gegen sie an. 14 Da riefen sie zu dem HERRN und sprachen: Ach, HERR, lass uns nicht verderben um des Lebens dieses Mannes willen und rechne uns nicht unschuldiges Blut zu; denn du, HERR, tust, wie dir's gefällt. 15 Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still und ließ ab von seinem Wüten. 16 Und die Leute fürchteten den HERRN sehr und brachten dem HERRN Opfer dar und taten Gelübde. 1 Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte. 2 Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches. 3 und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme.

11 Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.

Instrumental

Predigt Jona 1,1-2,2+11

„Ihr glaubt gar nicht, was mir passiert ist“ - mit so einer Haltung stelle ich mir Jona vor!. Aber wenn er schlau gewesen wäre, dann hätte er seine Geschichte wohl kaum erzählt. Zu krass. Glaubt ihm eh keiner.

Der Text beginnt mit dem lapidaren Satz: Und das Wort des Herrn geschah zu Jona. Ich mag diesen Auftakt der Geschichte, ohne Schnörkel, ohne Hintergrund. Gottes Wort steht plötzlich im Raum. Wir kennen seine Situation nicht. War er bei seiner Arbeit? Saß er im Gottesdienst, einer Predigt lauschend? War er gerade beim Café an einem wunderschönen Frühsommertag wie heute? Beim Joggen? Beim Einkaufen? War es mitten in der Nacht?

Gott ruft seinen Propheten. Wer von uns wäre denn gerne ein Prophet? Ich bitte um Handzeichen. Die Hände bleiben wohl überwiegend unten. Das war schon in biblischen Zeiten so: : die wollten auch schon alle nicht!

Das ist bedenkenswert, dass wir alle gerne so eine unmittelbare Erfahrung mit Gott machen würden, oder? Ich höre schon gelegentlich den Satz: ich würde Gott gerne auch mal erleben; ich möchte auch so etwas in meinem Leben erfahren.

Und trotzdem: wenn man dieselben Leute fragt, ob sie ein Prophet Gottes sein wollten, dann antworten die meisten. Nein, danke. Vielleicht weil wir ahnen, dass das was mit Arbeit, mit Zeitaufwand, mit Dienst und mit Hingabe zu tun hätte.

Wenn Gott beruft, dann sagt er nicht: Jona, alter Freund, willst du mit mir mal so richtig Abenteuer erleben? Denn Gott wollte sich wohl die ehrliche Antwort des Jona ersparen. Muss ich da was für tun? Tut das weh? Was ist der Preis? Ist das gefährlich? Muss ich dazu aus der Komfortzone raus?

Daher wählt Gott den kurzen Weg und sagt: kum! Das ist hebräisch und heißt: Steh auf! Ein Wort. Raus! Hoch! Los! Das Wort Gottes geschieht zu ihm. Und schon an dieser Stelle könnten wir entgegnen. Ja, wenn Gott so direkt zu mir sprechen würde. Das wäre toll. Dann hätte ich was erlebt. Dabei tut er das. Immer und immer wieder. Gott spricht dich an, so wie er mich anspricht. Viel öfter noch als Jona. Ich gehe ja extra in den Gottesdienst, weil ich Gottes Wort hören will. Das formulieren viele so.

Und jedes Mal, wenn das geschieht, dann passieren zwei Dinge. Das erste ist, dass dieses Wort Gottes an mich auch einen konkreten Inhalt hat. Da ist ein Auftrag, eine Entscheidung, ein Auf! Hoch! Los! Vielleicht formulieren wir Predigenden das nicht immer ganz so deutlich und konkret, aber es geschieht schon.

Wenn Gottes Wort uns anspricht, dann reagieren wir darauf. So wie Jona, der hat auch gleich reagiert. Nichts wie weg. Jona reiste in die entgegengesetzte Richtung.

Das kann schon passieren, denn der Auftrag Gottes ist unbequem: Setz dich für das Leben ein, für Gott, den Glauben, Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, würden wir heute vielleicht formulieren. Und damals wie heute hat das mit Umkehr zu tun. Lasst ab von euren bösen Wegen, das gilt uns persönlich und wir müssen dafür schon auch anderen gegenüber eintreten.

Diese Reaktion des Propheten auf seinen Auftrag bringt uns eine der berühmtesten Geschichten des Alten Testaments. Wie Jona sich auf die Flucht begibt vor Gott und seinem Auftrag. –der sich ins stürmende Meer werfen lässt und doch begleitete ihn sein Gott weiter.

Jona meint, er sei nun weit genug weg von Gottes Auftrag, tief unten im Ozean. Und dort geschieht das Wunder. Es ist uns in einem Gebet, einem Psalm überliefert, der schöner nicht sein könnte. Nicht Gott eröffnet jetzt das Gespräch, sondern Jona. Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst! Und dann steht da: und er antwortete mir. Jona hatte Gott nicht geantwortet. Wie oft hat Gott nach mir gerufen und ich habe nicht geantwortet? Gott antwortet. Antwortet ihm an dem Ort, den wir für so gottfern und gottfremd halten, dass es beinahe unmöglich erscheint. Doch Gott ist immer und überall unser Begleiter. Und er beruft uns immer wieder zu Glaubens- und  Lebensboten.

Wir wissen nicht, was Gott dem Jona im Einzelnen antwortet. Aber wir beobachten: Jona hat keine Angst mehr. Nicht mehr vor Gott, nicht mehr vor sich selber und auch nicht mehr vor seinem Auftrag.

Nun können wir fragen. Muss das so sein? Müssen wir erst ganz unten ankommen, damit wir Gott erleben, ihm begegnen? Müssen wir erst, wie der Sohn in Jesu Gleichnis, bei den Schweinen enden, oder hier wie Jona am Boden des Meeres? Ist das unvermeidlich? Kann man Gott erst begegnen, wenn man sich an die Grenze begibt?

Jona würde sicherlich sagen: bei mir war das eben so. Aber das muss nicht bei jedem so sein. Gott hat verschiedene Wege für uns. Es war Jonas Wahl (mit h) wegzulaufen, nicht Gottes.

Nun, wo hat Gott Jona nun erlebt? In den Umständen, im Sturm, im Fisch? Nein, es war eher so wie bei uns: im Gespräch zwischen Jona und Gott. Als Jona beginnt, mit Gott zu sprechen und auf sein Wort zu hören, da erlebt er ihn. Und das gilt heute so wie damals. Ja, ich glaube, es muss nicht sein, dass wir ganz unten landen, bevor Gottes Wort zu uns spricht – außer wir bestehen darauf, so wie Jona.

Die Regel gilt: Wer mit Gott aus freien Stücken redet, der wird früher oder später feststellen, dass Gott antwortet, dass er zum Guten verändert, dass er Leben und Glauben stärkt.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

EG 358, 1+2+6 Es kennt der Herr die Seinen

1. Es kennt der Herr die Seinen / und hat sie stets gekannt, / die Großen und die Kleinen / in jedem Volk und Land; / er lässt sie nicht verderben, / er führt sie aus und ein, / im Leben und im Sterben / sind sie und bleiben sein.

2. Er kennet seine Scharen / am Glauben, der nicht schaut / und doch dem Unsichtbaren, / als säh er ihn, vertraut; / der aus dem Wort gezeuget / und durch das Wort sich nährt / und vor dem Wort sich beuget / und mit dem Wort sich wehrt.

6. So hilf uns, Herr, zum Glauben / und halt uns fest dabei; / lass nichts die Hoffnung rauben; / die Liebe herzlich sei! / Und wird der Tag erscheinen, / da dich die Welt wird sehn, / so lass uns als die Deinen / zu deiner Rechten stehn.

Fürbitten – Vaterunser

Du Gott der Liebe –erneuere diese Welt durch deine Liebe.

Erfülle die Verantwortlichen in unserem Land, damit sie weise werden und sich zum Wohl für die Menschen einsetzen

Du Gott der Liebe – erneuere diese Welt durch deine Liebe.

Mache die Liebe stärker als alle Feindschaft, damit es Frieden wird, in Israel und Palästina, in Syrien und überall auf der Welt.

 

Mach die Liebe stärker als Gier und Hass, damit alle Kinder dieser Erde friedlich aufwachsen. Mache die Liebe stärker als die Unterdrückung, damit der Glaube an dich frei bekannt werden kann. Mache die Liebe stärker als den Tod. Nimm dich der Verfolgten und Ermordeten an.

 

Wir rufen: Du Gott der Liebe – erneuere diese Welt durch deine Liebe.

Lindere die Not, bei den Armen und Bedrängten in unserem Land und überall.

Gib deiner Kirche Liebe, damit sie zur Einheit findet. Gib den Christen Vertrauen zueinander. Lass sie Worte der Liebe sprechen und Taten der Lieben tun.

 

Christus hat uns den Weg der Liebe gezeigt. Durch ihn loben wir Gott und vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes. Heute und alle Tage. Amen.

 

EG 503, 1+13+14 Geh aus mein Herz

1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud / in dieser lieben Sommerzeit / an deines Gottes Gaben; / schau an der schönen Gärten Zier / und siehe, wie sie mir und dir / sich ausgeschmücket haben, / sich ausgeschmücket haben.

13. Hilf mir und segne meinen Geist / mit Segen, der vom Himmel fleußt, / dass ich dir stetig blühe; / gib, dass der Sommer deiner Gnad / in meiner Seele früh und spat / viel Glaubensfrüchte ziehe, / viel Glaubensfrüchte ziehe.

14. Mach in mir deinem Geiste Raum, / dass ich dir werd ein guter Baum, / und lass mich Wurzel treiben. / Verleihe, dass zu deinem Ruhm / ich deines Gartens schöne Blum / und Pflanze möge bleiben, / und Pflanze möge bleiben.

Bekanntgaben


Ww+ 15, 4

4. Dass du unser enges Herz immer wieder öffnen willst, dass du unsre leere Hand immer neu mit Segen füllst.

Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst, unsre Freude unser Leid, ja unser Leben.

 

Segen

Musik zum Ausgang