Gottesdienst mit Predigt zu Lukas 8, 4-8

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Musik zum Eingang
Votum - Begrüßung – Wochenspruch

Ganz herzlich begrüße ich Sie alle zum Gottesdienst, Manchmal kommt es auf den Moment an. Den richtigen Moment nicht verpassen. Das kennen wir alle. Wenn wir eine Chance bekommen, dann brauchen wir manchmal Mut und Entschlossenheit, um weiterzukommen.
Das gilt besonders für uns Christen, wenn wir spüren, dass da gerade etwas von Gott zu mir herüberragt. Ein Wort, das mich bewegt, mich trägt, manchmal in Frage stellt und korrigiert, oftmals bestärkt und weiterführt. Das sagt uns der Wochenspruch.
Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht. (Hebr 3, 15)

Psalm 119
Wohl denen, die ohne Tadel leben,
die im Gesetz des Herrn wandeln!
Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten,
die ihn von ganzem Herzen suchen,
die auf seinen Wegen wandeln
und kein Unrecht tun.
Wenn ich schaue allein auf deine Gebote,
so werde ich nicht zuschanden.
Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen,
dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.
Deine Gebote will ich halten;
verlass mich nimmermehr!
Öffne mir die Augen,
dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.
Zeige mir, Herr, den Weg deiner Gebote,
dass ich sie bewahre bis ans Ende.
Meine Seele verlangt nach deinem Heil;
ich hoffe auf dein Wort.
Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort
und sagen: Wann tröstest du mich?
Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre,
so wäre ich vergangen in meinem Elend.
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Wege.
Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe,
und lass mich nicht zuschanden werden
in meiner Hoffnung.
Stärke mich, dass ich gerettet werde,
so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.
Ehr sei dem Vater…

Eingangsgebet – Stilles Gebet
Vater im Himmel,
vor dich kommen wir, wie wir sind. Du weißt, was diese Zeit mit uns macht. Traurig und isoliert, oder wütend. Zuversichtlich und fröhlich, trotz allem. Egal wie es ist, du bist bei uns und trägst uns auch durch diese Zeit.
Stärke du uns in dieser Stunde. Deine Gegenwart tut uns gut und lässt unsere Seele sich aufrichten.

Schriftlesung Lukas 8, 4-8
Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete er in einem Gleichnis:
Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf.
Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.
Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten es.
Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! (Lukas 8,4-8).

EG 198, 1-2 Herr, dein Wort die edle Gabe
1. Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir;
denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für.
Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn?
Mir ist's nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.

2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn,
dass ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn.
Lass mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat
und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria tat.

Predigt zu Lukas 8
Liebe Gemeinde!
wenn ich etwas Großes beginnen möchte, dann brauche ich Überzeugungskraft. Gerade, wenn ich weiß: Das kann ich nicht alleine umsetzen. Da brauche ich Mitarbeitende.
Jesus redete mit den Menschen so, dass sie Hoffnung schöpften. Die Hoffnung, dass etwas Großes beginnen würde – jetzt, ganz bald. Das Reich Gottes bricht an – es ist schon ganz nahe! Davon hat Jesus gesprochen.
Und einmal, da hat er seine Rede von Gotte Reich mit dem Bild von der Aussaat illustriert.
Da sät einer reichlich Saat aus.

Aber …. dieser Bauer bei Jesus wirkt seltsam ungeschickt und unvorbereitet. So sät man doch nicht aus: auf ein unvorbereitetes Feld! In unserer Erzählung gehen drei Viertel der Samen verloren. Das hätte er doch vorher wissen müssen, dass auf dem Weg nichts wachsen kann, dass bei Fels nichts zu ernten sein wird, dass man Dornen ausreißen muss, bevor man da guten Samen sät.

Erzählt Jesus hier die Geschichte von einem dummen Bauern? Nein! Das tut er natürlich nicht! Diese Geschichte ist nicht eine Kurzanweisung für Ackerbauern! Sondern er bereitet seine Jünger darauf vor, was sie erleben werden. Jesus sagt etwas auf der Meta-Ebene:
Was wird geschehen, wenn die Menschen, die ihm nachfolgen den Leuten von der unglaublichen Liebe Gottes erzählen:
„Weißt Du eigentlich, dass Gott Dich lieb hat? Du bist ein einzigartiger Mensch. Gott hat Dich gemacht und Er kennt Dich. Er hat Dich nie vergessen und wird das auch nie tun. Weil Er dich lieb hat.“

Das war der Kern seiner Botschaft. So hat Jesus von Gott geredet – eindringlich und immer wieder.
Das Gleichnis vom Sämann, das Jesus erzählt, macht deutlich. In genau dieser großen Spannbreite bewegt sich unser Leben. Zwischen Säen und Ernten.

Was haben wir – in übertragenem Sinn - nicht alles gesät? Nicht nur im Garten oder auf den Feldern oder in den Weinbergen? Was haben wir nicht alles getan, damit etwas wächst, damit an den Tag kommt, wofür man sich so angestrengt hat.
Und was haben wir geerntet? Was haben wir geschafft? Was ist uns gelungen? Diese Fragen muss ich für mich in Ruhe beatworten. Wahrscheinlich fällt unsere Bilanz auch unterschiedlich aus.

Die Menschen reagieren selbst auf die beste Botschaft der Welt unterschiedlich.
Viele schütteln darüber den Kopf.
Andere sind zwar interessiert, aber können sich doch nicht drauf einlassen.
Jesus Christus lässt sich davon nicht beirren.
Warum? Was will er mit seiner unendlichen Geduld erreichen?
Wäre es nicht an der Zeit, auch mal mit der Faust auf den Tisch zu schlagen?
Das Reden von der Liebe Gottes – es ist ja schön, aber wirkt zunächst so kraftlos.

Das Gleichnis von der Saat richtet sich gegen unsere Mutlosigkeit. Gegen den Impuls, dass wir aufgeben wollen, vom Evangelium zu reden, weil in uns eine Stimme ist, die sagt: Das will doch keiner hören! Das verändert doch nichts! Lass es sein!

Dagegen sagt Jesus: Meine Botschaft ist wie ein Samenkorn. Es steckt unheimlich viel Kraft darin. Aber das ist erst mal noch verborgen. Das kann man leicht übersehen.
Wenn einer von Gottes Wort berührt wird, dann – dann berührt der Himmel die Erde! So, wie ein Korn, das auf guten Boden fällt und beste Bedingungen zum Wachsen hat und das Frucht bringt. Glaubt mir. So wird es kommen.

Das Gleichnis kann uns den Spiegel vorhalten:
Denn unser reales Leben ist die Antwort auf Gottes Worte. Und die kann so unterschiedlich sein wie der Erdboden:

1. Der Weg, wo die Vögel die Samen gleich wieder wegpicken – das ist so, wenn ich von Gottes Liebe höre und sie aber nicht wirklich in meinem Inneren ankommt.
Da wird auch nichts neu werden, zumindest nicht nachhaltig in einem Leben. Dann habe ich keine Botschaft, die mich trägt, kräftigt und gründet.
Freilich so muss es für mich nicht immer bleiben. Vielleicht kommt die Zeit wo Gottes Zuwendung mich weich macht und empfänglich.

2. Andere sind wie ein steiniger Acker:
Oberflächlich kommt dann das Wort bei mir an, aber es dringt nicht durch. Wenn die Hülle um unser Herz hart und undurchlässig ist, dann ist es schwer für den Samen des Wortes Gottes bei mir durchzukommen. Traurig, aber so ist es. Die Botschaft Gottes sagt uns: Hier geht es wirklich um mich. Hier interessiert sich jemand für mich. Wie gut! Vielleicht kommt irgendwann die Zeit, wo es für mich anders werden kann. Vielleicht kommt die Zeit wo Gottes Zuwendung Hartes weich macht, Felsen erweicht und Herzen. Die Hoffnung darauf bleibt.

3. Jesus redet dann auch von dem Boden, auf dem Dornen gedeihen. Da stimmt eigentlich fast alles: Da, wo Unkraut und Dornen wachsen, da ist meistens guter Boden. Und die gute Botschaft, die da hinfällt, ist wie ein guter Same. Jesus beschreibt hier Menschen, die sein Reden wirklich gut und richtig finden. Menschen, die ihm gerne zuhören. Die mitmachen wollen – wenn nur die Dornen nicht wären! Die Dornen, die das Gute ersticken – das ist für jeden Menschen etwas anderes. Für die einen die Umstände, die es nicht zulassen wollen, die Gewohnheiten, die ich nicht aufgeben kann, vieles kann den Keim des Lebens ersticken. Wie schade. Doch, es muss nicht immer so für sie bleiben. Vielleicht traue ich mich ja mal in meinem Leben – in übertragenem Sinn – Dornen auszureißen. Es kommt die Zeit, wo Gottes Wort mich anspricht und dann kommt es darauf an.

4. Und dann gibt es in unserer Geschichte noch das gute Land. Herzen, die sich berühren lassen und dann auch reagieren.
Menschen, die ihr Leben vertrauensvoll in Gottes Hand legen und sich einlassen auf ein Leben mit Ihm.
Wer das tut, der profitiert in seiner Seele, in seiner Persönlichkeit – aber nicht nur er oder sie, sondern die Umwelt auch. Diese Frucht wird sichtbar, verbreitet sich weiter und trägt ihrerseits wieder Früchte bei anderen. Darum geht es auch in diesem Bild: Dass ich Gutes von Gott empfange und dann Gutes weitergebe
Das Gute – das ist der Glaube, der mich hoffen lässt und lieben, weil ich mich so unendlich wertgeschätzt und angenommen fühlen darf, deshalb werde ich gelassener, souveräner, denn in Gott bin ich allezeit gut aufgehoben.

Wer das annimmt, der gibt weiter.
Gott will uns Gutes tun – ohne wenn und aber.

Er tut dies aber mit einer Absicht:
Wer gesegnet wird, der ist berufen, ein Segensträger zu sein. Wer von ihm Leben empfängt, trägt zur Entfaltung des Lebens weiter.

Unsere Bibel erzählt von einem Wunder, das einmalig war und sich doch immer wieder neu ereignet: Gott wird ein Mensch – und begegnet so Menschen – als ein Mensch.
Und seither geschieht das: Gott redet mit der Stimme von Menschen. Gott handelt, verborgen im Handeln von Menschen. Und wer das erlebt, der gebe es weiter.
Wir sind nie nur Empfänger der Liebe Gottes, sondern auch Zeugen und Täter.
Dann wächst Frucht aus dem guten Samen.

Und dann hören die Jünger dieses Gleichnis als einen Trost:
Ich lasse mich nicht beirren, wenn viele mir nicht glauben werden
Wenn sie verächtlich von Gutmenschen sprechen. Wenn sie sagen, die Botschaft könne doch keiner leben, damit könne man keine Politik machen.
Ja, das schmerzt einerseits – und ist doch zugleich eine Auszeichnung.

Wer sich zu Jesus hält, der glaubt nicht an das Schlechte im Menschen. Sondern an das Gute in Gott und das sich Gott wiederfindet in den Menschen.
Und dann sieht die Welt anders aus und wir tragen dazu bei, dass sie anders wird: Lebensvoller, glaubensvoller, liebesvoller, hoffnungsvoller.
Und wenn scheinbar noch so viel dagegen spricht.

Die Saat auch gute Frucht bringen, die wieder zur Saat werden wird. Darauf will ich schauen. Dankbar und staunend, als Beschenkter. Das weitet meine engen Grenzen. Amen!

EG 589, 1-4 Meine engen Grenzen
1. Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht, bringe ich vor dich.
Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich.

2. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor dich.
Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich.

3. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor dich.
Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich.

4. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich.
Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich.

Fürbitten – Vaterunser
Vater im Himmel,
Samenkörner aus deinem Wort lässt du aufgehen in unserer Welt.
An vielen Orten entsteht Leben, Hoffnung, Glaube und Liebe.
Wie sehr sehnen wir uns danach.
Wie dringend braucht es deine Schöpfung.
Wie abhängig ist die Welt von deinem Wort.

Wir bitten dich um Samenkörner des Lebens, der Hoffnung, des Glaubens und der Liebe
in den Herzen und Köpfen der Mächtigen,
damit Besonnenheit ihre Entscheidungen bestimmt,
damit Klugheit ihr Handeln regiert,
damit Weisheit ihre Worte lenkt.
Um dein Wort bitten wir dich.
Erhöre uns

Wir bitten dich um Samen des Lebens, um Hoffnung, um Glauben und um Liebe
in den Kliniken und an den Betten der Sterbenden,
damit die Pflegenden gesund bleiben,
damit Kranken genesen,
damit Lebensmut die Schatten des Todes vertreibt
und Trost die Trauernden erreicht.
Um dein Wort bitten wir dich.
Erhöre uns.

Wir bitten dich um Samenkörner des Lebens, um Hoffnung, um Glauben und um Liebe
an den Orten des Grauens und der Angst,
an den Orten der Zerstörung,
an den Orten des Aufbruchs und der Hoffnung,
damit dein Licht einkehrt.
Wir bitten dich um Samenkörner deines Wortes
in deiner Gemeinde,
in den Herzen aller,
die dir vertrauen.

Um dein Licht und deine Liebe,
bitten wir dich.
Durch Jesus Christus lass es aufscheinen –
heute und alle Tage.
Amen.

Wp 15, 1-4 Dass die Sonne jeden Tag
1. Dass die Sonne jeden Tag wieder neu am Himmel steht,
dass in deinem Wissen, Gott, das Geringste nicht verweht:
Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst,
nsre Freude unser Leid, ja unser Leben.

2. Dass die Not, die uns bedrückt, von dir selbst erlitten ist,
weil du, Gott, in deinem Sohn uns ganz nah geworden bist.
Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst,
nsre Freude unser Leid, ja unser Leben.

3. Dass das Werden und Vergehn Wunder allen Lebens ist,
dass du allem seine Zeit hier in dieser Welt bemisst.
Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst,
unsre Freude unser Leid, ja unser Leben.

4. Dass du unser enges Herz immer wieder öffnen willst,
dass du unsre leere Hand immer neu mit Segen füllst.
Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst,
unsre Freude unser Leid, ja unser Leben.

Segen
Musik zum Ausgang