Gottesdienst mit Predigt zu Römer 12, 1-3

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Musik zum Eingang
Gesang: In Christus hat sich der Himmel geerdet

In Christus hat sich der Himmel geerdet,
Gnade fand Grund, sie pflanzte sich ein.
Der Glaube erblühte. Gott spricht:
Ihr werdet himmlisches Wort in Menschenschrift sein.
Ostinato: Hat der Himmel sich geerdet, hat der Himmel sich geerdet!

Votum - Begrüßung
Ich begrüße Sie herzlich zum Gottesdienst am 10. Januar. Wir hoffen, dass Sie wohlbehalten durch diese Zeit kommen.
Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Römer 8,14), so lautet der Wochenspruch. Das hoffen wir persönlich und für uns, dass uns der Geist Gottes leitet, denn  dann gehen wir den Weg des Lebens. Dann wächst in uns Vertrauen, Hoffnung, Glaube, Liebe und Hoffnung und das tut gut!

Psalm 89
Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich *
und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für;
denn ich sage: „Auf ewig steht die Gnade fest; *
du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel.“
„Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten, *
ich habe David, meinem Knechte, geschworen:
Ich will deinem Geschlecht festen Grund geben auf ewig *
und deinen Thron bauen für und für.
Er wird mich nennen: ‚Du bist mein Vater, *
mein Gott und der Hort meines Heils.
Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen, *
zum Höchsten unter den Königen auf Erden.
Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, *
und mein Bund soll ihm fest bleiben.
Ich will ihm ewiglich Nachkommen geben *
und seinen Thron erhalten, solange der Himmel währt.“.
Ehr sei dem Vater...

Eingangsgebet – Stilles Gebet
Allmächtiger Gott,
in deinem Sohn bist du Mensch geworden, weil du bei uns sein möchtest. Du willst das Leben mit uns teilen und uns stärken, gründen und kräftigen.
So begegne uns auch an deisem Morgen mit deiner Liebe, die heilt, aufrichtet und Leben schafft.
Gib auch uns deinen Geist, damit wir leben, wie es uns gut tut und dir wohlgefällt.

Schriftlesung: Matthäus 3,13-17
13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. 14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt zu! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's ihm zu. 16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. 17 Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Gesang: Du höchstes Licht
 1. Du höchstes Licht, du ewger Schein,
du Gott und treuer Herre mein,
von dir der Gnaden Glanz ausgeht
und leuchtet schön so früh wie spät.

2. Das ist der Herre Jesus Christ,
der ja die göttlich Wahrheit ist,
mit seiner Lehr hell scheint und leucht',
bis er die Herzen zu sich zeucht.

3. Er ist das Licht der ganzen Welt,
das jedem klar vor Augen stellt
den hellen, schönen, lichten Tag,
an dem er selig werden mag.

4. Den Tag, Herr, deines lieben Sohns
lass stetig leuchten über uns,
damit, die wir geboren blind,
doch werden noch des Tages Kind.

Predigt zu Römer 12, 1-3
1 Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. 2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. 3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat.

Liebe Gemeinde,
der Gottesdienst in der Gemeinde geht in den Gottesdienst im Alltag über. So soll es sein - dieser Meinung ist Paulus. Der Gottesdienst der Gemeinde am Sonntag, das beinhaltet: Kraft schöpfen aus Gottes Wort, Gott loben, vielleicht Korrektur für Denken und Tun erhalten, sich vom Geist Gottes erfüllen lassen. Dazu kommt der Segen am Ende des Gottesdienstes für die kommende Woche -  und damit ist es nicht aus. Denn der Segen soll uns ja hinausbegleiten und weiterführen.  Der Gottesdienst lässt sich nämlich nicht begrenzen - auf eine Stunde am Sonntag. Das wäre sonst nur die sprichwörtlich gewordenen Sonntagsreden. Nein, Reden und Tun müssen übereinstimmen, authentisch soll das werden und sein, was wir sagen und leben. So ist das, wenn wir uns vom Geist Gottes leiten lassen.

Paulus sieht das umfassend. Mit Gott leben, das hat keine Begrenzung. Bis hierhin ist Gott - ab da ohne ihn, so geht Christsein nicht. „Vernünftig“, im Sinne des Römerbriefs ist ein Gottesdienst, wenn er eine Antwort auf das ist, was Gott mir schenkt – und dieser Gottesdienst will mein ganzes Leben umfassen.
Das ganze Leben als Gottesdienst – um nicht weniger soll es uns gehen - in dieser Stunde, aber auch in der kommenden Woche, ja im ganzen vor uns liegenden Leben. Dabei geht es nicht nur darum, was ich vom Glauben habe. Der tut uns gut, zweifellos. Vieles was wir im Glauben tun kommt wieder segensvoll zu uns zurück.

Eine indische Legende erzählt:
„Ein Bauer trägt einen Sack voll Weizen nach Hause. Er freut sich über das gute Korn. Da begegnet ihm Gott und bittet den Bauern: „Schenk mir Weizen!“ Der Bauer öffnet den Sack und sucht ein einzelnes Korn heraus und reicht es Gott. Der verwandelt dieses Weizenkorn in Gold und gibt es dem Bauern zurück. Da ärgert sich der Bauer, dass er Gott nicht den ganzen Sack voll Weizen geschenkt hat.“
Das könnte uns sagen: Was wir Gott geben, schenkt er uns gesegnet zurück.
Das ist die Erfahrung unserer Vater und Mütter im Glauben. Geben: das macht nicht arm.
Was wir Gott geben, wird auch das Beste für uns sein. Das Beste für Gott, die besten Jahre, die besten Kräfte, die besten Werte, das Liebste für Gott ist immer auch das Sinnvollste und Richtigste für uns. Wer gibt, der empfängt.

Das Wort „Opfer“ im Predigttext irritiert uns vielleicht etwas. Da gibt es die Vorstellung bei vielen, Gott könne oder müsse durch besondere Taten, Verzicht oder fromme Leistungen beschwichtigt oder auch günstig beeinflusst werden. Als sei der Glaube ein Tauschgeschäft: „Ich gebe, damit du gibst!“

Wenn Paulus hier von einem Opfer spricht, dann in einem völlig anderen Sinn, als man es sich vorstellt. Gott schenkt uns doch alles. Leben, Besitz, Familie, Begabungen, Glaube, Glück, Freude – alles aus seiner Hand!
Ich bin doch längst sein Eigentum. Und alles was ich habe ist auch sein Eigentum.
Und auch für unser Heil hat er gesorgt, ohne dass wir mitwirken könnten oder müssten. Was uns noch zu tun bleibt, ist nichts anderes als Gott eine dankbare und angemessene Antwort zu geben.

  • Das Leben Gott in die Hand legen – das ist weit mehr als Interessiertsein an den Fragen des Glaubens.
  • Das ist auch etwas anderes als Engagiertsein für christliche Anliegen.
  • Christsein ist viel mehr als eine soziale Gesinnung.

Meine ganze Existenz in Gottes Hand! Der Sonntag und der Werktag, mein Glaube und mein Beruf, meine Familie und meine Freunde, Hobbies und einfach mein ganzes Leben sind von ihm durchdrungen. Nun soll ich in diesem Bewusstsein leben, dass das so ist.

Das gilt auch für Ängste jeder Art. Bei Gott ist die richtige Adresse und wir bekommen sie mit seinem Segen zurück, der uns sagt: Ich stärke dich, ich begleite dich.

In diesem Bewusstsein kann ich Weite und Entfaltung erhalten. So ganz im Sinne von dem Bibelvers: „Du stellst meinen Füße auf  weiten Raum“ (Ps 31,9).

Wenn wir nachher beten: „Dein Reich komme“ – dann möchte ich das ganz bewusst tun: Dein Reich komme zu mir. Dein Reich durchdringe mein Leben in all seinen Bezügen. Dann wird es weit, hell und reich!
Denken wir an den Bauern in der Legende, der sich am Ende ärgerte, Gott nicht alles geschenkt zu haben!
Wenn wir das beherzigen, können wir uns gar nicht dieser Welt gleich stellen. Christen sind Menschen, die sich für das Leben einsetzen, für Gott und den Mitmenschen.

Paulus weiß natürlich auch dies: Wir bleiben als Christen verführbar zum faulen Kompromiss, zur Oberflächlichkeit und zur Halbherzigkeit. Und deshalb ist der Predigttext so radikal, weil er uns davor bewahren soll, in die Oberflächlichkeit abzugleiten. Gott will uns zu Tiefgang verhelfen. Wenn wir uns am Evangelium orientieren und unser Leben nach den Maßstäben der Weisungen Gottes ausrichten, werden wir auf dem Weg des Lebens unterwegs sein und für Leben sorgen.

Wie aber geht das? Wie finden wir das heraus in einer immer komplizierter werdenden Welt? Eigentlich geht es ganz schlicht darum, sich zu überlegen, wie Jesus sich in meiner Situation verhalten würde. Dient mein Verhalten dem Leben? Diese Fragestellung ist eine Herausforderung - mit der Gott uns aber auch nicht alleine lässt! Sein Geist wird uns leiten. Aber nicht falsch verstehen – das tut er mithilfe unseres Verstandes. Christsein heißt eben ganz und gar nicht, dass das Denken aufhören würde. Im Gegenteil, unser Denken erhält eine weitere tiefere Dimension, eine geistliche. Paulus fordert  uns auf, unser Denken zu erneuern.

An den Schluss stellt Paulus eine Ermahnung, die ich eigentlich als Ermutigung einordne: Überfordert euch und andere nicht, indem ihr euch mehr zumutet und mehr wollt, als Gott mit oder von euch möchte. Jeder ist begabt. Aber keiner kann alles. In der Gemeinde Gottes brauchen wir einander. Deshalb gehören wir zusammen als Dienstgemeinschaft und brauchen einander. Alle sind wichtig und werden gebraucht.
Mein bescheidener Anteil wird wertgeschätzt. Bescheidenheit bedeutet für mich dabei Aufatmen-Dürfen im Erkennen: Es hängt ja gar nicht alles an mir! Ich bin in meiner Aufgabe nicht allein. Ich muss mich selbst nicht überfordern. Ich muss auch gar nicht können, was der andere kann. Nicht darauf kommt es an, ob einer groß rauskommt und anerkannt wird, sondern dass er dem Ganzen dient und dass er mit den Gaben, die ihm gegeben sind, an seinem Platz sich einsetzt. Hier in der Gemeinde üben wir das ein und setzen es dann im Dienst an der Welt im Alltag fort.
Das Leben als Gottesdienst.
Amen.

Gesang: Erneure mich, o ewigs Licht
1. Erneure mich, o ewigs Licht, / und laß von deinem Angesicht / mein Herz und Seel mit deinem Schein / durchleuchtet und erfüllet sein.
2. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, / der dir mit Lust Gehorsam leist' / und nichts sonst, als was du willst, will; / ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll.
3. Auf dich laß meine Sinne gehn, / laß sie nach dem, was droben, stehn, / bis ich dich schau, o ewigs Licht, / von Angesicht zu Angesicht.

Fürbittengebet -Vaterunser
Vater im Himmel, wir danken dir, dass du unserem Leben Richtung und Ziel weisen will. Du segnest und begleitest uns.
Wir bitten dich: Lass uns dich nicht aus den Augen verlieren, wenn der Alltag schwer wird,
halte ins uns das Bewusstsein wach, dass du uns stärkst und führen wirst..
Schenke uns die rechte Sichtweise von uns selbst und unserem Tun.
Warne uns, wenn wir uns verrennen oder uns zu verlieren drohen.
Lass uns an Herausforderungen wachsen im Vertrauen darauf, dass du uns begleitest und stärkst.
Vater im Himmel, rücke mit deinem Licht uns die Menschen in den Blick, die uns brauchen und die auf unsere Aufmerksamkeit warten.
Beflügele unsere Phantasie für einen guten, sorgsamen und liebevollen Umgang miteinander.
Lass dein Licht auch für die leuchten, die wir nicht erreichen können, die mit ihrer Last allein dastehen.
Stärke alle, die an den Dunkelheiten des Lebens leiden.
Wir danken dir, Gott für deine Sorge um uns Menschen. Du hast Gutes mit uns vor.
Du kennst uns und liebst uns. Im Vertrauen auf dich beten wir mit den Worten Jesu:
Vater unser im Himmel ...

Gesang: Verleih uns Frieden gnädiglich
Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsren Zeiten.
Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten,
denn du, unser Gott, alleine, denn du, unser Gott, alleine.
Halleluja, Kyrie eleison: Herr Gott, erbarme dich! Halleluja, Kyrie eleison: Herr Gott, erbarme dich! Halleluja, Kyrie eleison: Herr Gott, erbarme dich! Halleluja, Kyrie eleison: Herr Gott, erbarme dich!

Segen
Musik zum Ausgang