Predigt zu Matthäus 7, 24-29

Liebe Gemeinde,
liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
nun habt ihr das meiste schon geschafft. Zumindest, was die Konfirmation angeht. Was das Erwachsenwerden angeht, da habt ihr gerade damit begonnen.
Zum Kinderglauben gehört es, dass Gott im Himmel uns beschützt, damit uns nichts geschieht. Wenn man erwachsen wird, dann lernt man zu differenzieren und genauer hinzusehen.
Ich weiß genau, wie mich manche eurer Glaubensbekenntnisse ins Schwitzen gebracht haben. Da gab es nämlich diesen Kinderglauben. Doch dass euch nichts im Leben geschieht, das verspricht Gott uns doch gar nicht. Aber dabei zu sein, uns zu tragen, uns durch Schweres hindurchzuführen und dabei unsere Seele zu behüten, das verspricht euch Gott.
Wenn euch das Leben eines Tages vorkommen wird, wie ein finsteres Tal: wenn Gott bei euch ist, dann sorgt er für eure Seele, für euer weiterkämpfen und weitermachen.
Er behütet unsre Seelen – das verspricht er uns. Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, kenne dich mit Namen, du bist untrennbar mit mir verbunden, das sagt uns unser Gott zu.
Das ist erwachsener Glaube, zu wissen, ja, im Leben da gibt es manches, was uns nicht gefällt, aber Gott ist mein Begleiter und mein Herr, er wird mich hindurchführen.
Dazu braucht es ein Fundament. Aus dem Sandkastenalter seid ihr ja nun schon lange heraus, obwohl bestimmt heute manche Verwandte daran denken, wie schnell ihr nun groß geworden seid. Wir alle wissen, dass eine Sandburg keinen langen Bestand hat. Ein scharfer Windzug reicht, dass die Türmchen fallen und wenn die Flut kommt, dann ist die ganze Burg dem Erdboden gleich. Jesus erzählt einmal diese Geschichte und sagt uns: Baut nicht auf trügerischen Untergrund euer Leben, nicht auf Sand, sondern auf den festen Grund seiner Worte von Gott.
Ein Haus, das jemand auf sandigen Untergrund baut, dem fehlt der Halt. Ein starker Gewitterregen und der Wind bringen es leicht zum Einstürzen. Ein Haus, das halten soll, braucht ein gutes Fundament, in die Erde hineingegraben und dann ausgeschalt und zementiert, ein gutes Fundament für ein Haus.
Die Menschen im Mittelalter wussten das schon, dass man zum Beispiel eine Kirche mit einem Fundament versehen muss, dann trotzt sie mit ihren Grundmauern lange jedem Wetter. Wie viele Stürme unsere Martinskirche wohl schon überstanden hat? Unsere Enkel werden sie vermutlich noch bewundern.
Jesus erzählt uns in seinem Gleichnis von zwei Häusern. Eins wird auf Sand gebaut und eins auf den Fels. Natürlich erzählt er uns nicht wirklich vom Häuserbauen. Darum geht es ihm nicht. Er erzählt uns davon, wie ein Mensch sein Leben baut.
Am besten ist es, wenn man sich das schon in seiner Jugend überlegt, im Konfirmandenunterricht zum Beispiel, worauf man sein Leben bauen möchte und was das Fundament sein soll. Und was mich denn möglicherweise bis zu meinem letzten Tag tragen kann. In Krisen, in Streitigkeiten, in Krankheit, im Tod. Und ich habe mitbekommen, dass es da auch in eurem Leben ja bei manchen schon alles Mögliche an Unerfreulichem und Schlimmem gegeben hat.
Jesus hat da klare Vorstellungen und verschweigt nicht, welches Fundament trägt. Er sagt hier: „Wer meine Worte hört und tut sie, der ist wie der kluge Mann in der Geschichte, der sein Haus auf den Fels baute.“
Was das bedeutet?
Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst, das ist das ganze Gebot, das wir beherzigen sollen.
Also, liebe Konfirmandin, lieber Konfirmand: schließe Gott in dein Leben ein. Gib ihm einen Platz in deinem Leben und vergiss das Versprechen nicht, das du heute gegeben hast, dann hast du ein gutes Fundament.
Und dann setze dich ein für dein Leben, damit es gut wird, so wie du es willst und wie Gott es sich für dich ausgedacht hat.
Und dann vergiss die anderen nicht, zum Beispiel in der Gemeinschaft der Kirche, wo Starke Schwachen helfen, wie zum Beispiel in der Diakonie, die wir besucht haben an manchen Stellen
Oder indem du dafür sorgst, dass die Welt ein guter Ort für möglich viel Leben und Entfaltungsmöglichkeiten wird. denn Gott ist das Leben und er will das Leben in seiner ganzen Vielfalt.
Das könnte ein anstrengendes Leben werden, aber eines das sich lohnt, mit Tiefgang und Halt, gegründet auf einem guten Fundament.
Der Weg von Jesus, so sieht er aus – und wer sein Leben so einrichtet, der baut das Haus seines Lebens auf Fels.
Dazu sollten wir alle immer wieder hören, was Jesus sagt, ihm vertrauen und sein Wort in die Tat umsetzen. Deshalb ist es für uns Christen so wichtig, dass wir die Bibel griffbereit haben und darin lesen.
Jesus erzählt in seinem Gleichnis ja von einem Mann, der sein Wort gehört hat, sie also kennt und dann doch nicht tut. Solche Menschen gibt es viele.
An Jesus Christus dranbleiben, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, darum geht es im Leben als Christ. Immer wieder sich an den Worten von Jesus messen und sich kritisch hinterfragen lassen und immer wieder auch umzukehren von den Sandwegen auf den Felsenweg Christus.
Wer das beherzigt und lebt, der hat das Leben zum Freund, Gott zu Begleiter und dann entfaltet der Segen, den ihr heute bekommen habt, seine ganze Macht.
Behüte Gott eure Seelen. Amen.