Gottesdienst zu 2. Mose 13, 20-22

Musik zum Eingang
EG 39, 1—3+5 Kommt und lasst uns

1. Kommt und laßt uns Christus ehren, / Herz und Sinnen zu ihm kehren; / singet fröhlich, laßt euch hören, / wertes Volk der Christenheit.
2. Sünd und Hölle mag sich grämen, / Tod und Teufel mag sich schämen; / wir, die unser Heil annehmen, / werfen allen Kummer hin.
3. Sehet, was hat Gott gegeben: / seinen Sohn zum ewgen Leben. / Dieser kann und will uns heben / aus dem Leid ins Himmels Freud.
5. Jakobs Stern ist aufgegangen*, / stillt das sehnliche Verlangen, / bricht den Kopf der alten Schlangen* / und zerstört der Höllen Reich.      * 4.Mose 24,17 * 1.Mose 3,15

Votum – Begrüßung
Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Zum Gottesdienst am Altjahrabend grüße ich Sie ganz herzlich. Zum Wesen des Altjahrabends gehört der Rückblick auf das, was gewesen ist ebenso, wie der Ausblick auf das, was kommt. Im Rückblick könnten wir trotz krisenhaften Zeiten feststellen, dass unser Herr uns immer gestärkt hat und hindurchgeholfen. Und auch in Zukunft begleitet uns unser Herr mit seiner Kraft, seinem Segen und mit seiner Hilfe. Wir beten den Psalm 121:

EG 749 Psalm 121
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich;
der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.
Der Herr behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!
Ehr sei dem Vater…

Eingangsgebet – Stilles Gebet
Gott dir legen wir alles hin, was in diesem Jahr gewesen ist und bitten dich: mach uns bewusst, dass du in allem gegenwärtig warst.
Du hast uns Kraft zufließen lassen, uns Mut geschenkt und uns freundschaftlich begleitet.
Nicht immer sind wir dafür in angemessener Weise dankbar gewesen. Jetzt aber denken wir daran und danken dir.
Lass uns im Vertrauen auf dich das alte Jahr abschließen und das neue Jahr mit dir führen. Lass uns auf dein Wort hören und unser Leben in deinem Sinn meistern. In der Stille beten wir weiter.

Der du allein der Ewge heißt und Anfang Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten.
Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten.

Schriftlesung: Matthäus 28, 18b-20
EG 665 Gelobt sei deine Treu
1. Gelobt sei deine Treu, / die jeden Morgen neu uns in den Mantel deiner Liebe hüllt, / die jeden Abend wieder, / wenn schwer die Augenlider, / das schwache Herz mit Frieden füllt.
2. Wir wolln dem Namen dein / im Herzen still und fein lobsingen und auch laut vor aller Welt. / Nie hast du uns vergessen, / schenkst Gaben unermessen, / tagtäglich deine Hand uns hält.
3. Kleidung und Brot gibst du, / der Nächte Ruh dazu, und stellst am Morgen über jedes Dach/ das Taggestirn, das helle; / und mit der güldnen Welle / des Lichts nimmst du das Ungemach.

Predigt zu 2. Mose 13, 20-22
Das vergangene Jahr hätten wir so nicht gebraucht. Klar, es gab auch Gutes, aber insgesamt sind das schon sehr krisenhafte Zeiten gewesen.
Was wird das neue Jahr bringen? Da ist vieles offen.
Der Predigttext spricht in eine ähnlich offene Situation. Da wusste auch noch niemand so ganz sicher, wie es ausgehen würde.
Das Volk Israel war aus Ägypten ausgezogen. Sie waren unterwegs ins Land, das Gott ihnen versprochen hat.
Ich lese den Predigttext:

[20] So zogen sie aus von Sukkot und lagerten sich in Etam am Rande der Wüste. [21] Und der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten. [22] Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht.

Liebe Gemeinde, Israel hatte die Jahre der Sklaverei hinter sich gelassen. Der Pharao musste es schließlich ziehen lassen. Und nun waren die Israeliten unterwegs in die Freiheit. Nun befinden sie sich am Rande der Wüste. Die Unsicherheit ist groß. Es liegt ganz bestimmt kein leichter Weg vor ihnen. 40 Jahre lang werden sie durch die Wüste geführt werden. 40 Jahre lang nicht ankommen. Und doch: Gott ist bei ihnen und hilft ihnen weiter. Weiter durch alle Höhen und Tiefen, durch alle Freuden und Niederlagen. Mit Hoffen und Bangen, mit Enttäuschungen und allem, was zum Leben gehört. Aber doch bleibt Gott da und weist den Weg. Damals in Form der Wolken- und Feuersäule.

Wolkensäule und Feuerschein – sind die Zeichen der Gegenwart Gottes bei seinem Volk Israel. Wolkensäule und Feuerschein zeigen den Weg durch die Wüste, der sonst zum Irrweg geworden wäre. Gott geht mit, macht sich auf den Weg mit den Menschen, die er sich erwählt hat.
Wolkensäule und Feuerschein – sichere Zeichen sind das nicht. Und die Zeichen würden andere Menschen anders deuten. Zeichen sind eben keine Beweise. Zeichen sind Hinweise und sie sieht nur, wer dafür offen ist, wer sich auf das Geleit Gottes eingelassen hat. Wem Gott fraglich ist, dem werden auch die Zeichen nichts bedeuten.

Auch der Engel in der Christnacht hatte von einem Zeichen gesprochen: Das habt zum Zeichen; Ihr werden finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Kinder gibt es viele, und viele werden geboren, meist in den Weltgegenden, in denen die Lebensverhältnisse dürftig und die Überlebenschancen gering sind. Man muss Augen haben für dieses Kind, man muss Gott in der Krippe finden wollen. Sonst wird die Weihnachtsgeschichte zum Wintermärchen. Gott im Stall, Gott heruntergekommen bis zur Menschlichkeit. Gott auf Augenhöhe, so dass man sich zu ihm herabneigen muss, um ihn im diesem Kind zu erkennen.

Auch im Gottesdienst bekommen wir Zeichen seiner Nähe und der Stärkung, zum Beispiel in den Elementen des Abendmahls. Wer von Herzen glaubt, für den entwickelt sich aus den Zeichen Kraft für das Leben.

Gott geht mit. Er wird auch bei uns bleiben, alle Tage des Neuen Jahres hindurch. Niemand verspricht uns, dass das Jahr hur gut werden wird. Hoffentlich können wir die Pandemie schrittweise hinter uns lassen, aber wer weiß das schon? Neue Krisen werden auftreten und Mächtige mit dem Feuer spielen, wie immer. Die Kunst der Diplomatie und der Politik wird im neuen Jahr gefragt sein wie eh und je, und das Gebet für diejenigen, die Politik gestalten. Es wird eine bleibende Herausforderung sein, wie wir das Leben auf diesem Planeten gestalten, ob es uns gelingt, Schritte auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Wohlhabenden und den Habenichtsen zu gehen, und ob wir bereit sind, zurückzustecken, bescheidener zu werden.

Mit uns geht das Zeichen Gottes, das Kind aus der Krippe, der jüdische Rabbi, der gekreuzigte und auferstandene Herr. Wir gehen nicht ins Dunkel, wir gehen ihm entgegen. Manchmal verzagt, ängstlich, aber doch begleitet, weil er gesagt hat: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.
Auch wir können die Erfahrung machen wie sie die Israeliten gemacht haben: Wo erst kein Weg zu sein schien, tut sich doch einer auf. Wo die Situation aussichtslos erschien, geht es doch weiter. Es geschieht - wir werden weitergeführt.

Wir können mit Zuversicht in das neue Jahr gehen, denn Gott geht mit. Wir sind nicht alleine. Wir sind mit vielen anderen zusammen unterwegs in unserem Leben, mit unseren Familien, mit den Menschen hier in der Gemeinde, mit Freunden, denen wir helfen und die uns helfen. Gott ist da. Vielleicht nicht immer so sichtbar wie damals bei den Israelitinnen. Trotzdem stimmt das.

Und wir wissen auch, dass Gott da sein wird, wenn eines Tages die Zeit gekommen ist, diese Welt zu verlassen und dorthin zu gehen, wo es keinen Schmerz und kein Leid mehr gibt und wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Ja, dann werden wir ganz sicher wissen, dass Gott da ist. Bis dahin begnügen wir uns mit den kleinen Wundern, die uns das Leben hell und lebenswert machen. Von diesen Wundern, die uns spüren lassen, dass Gott da ist, wünsche ich Ihnen im Jahr 2021 eine große Menge. Lassen Sie uns in das neue Jahr gehen im Vertrauen darauf, dass Gott da ist und uns beschützt und uns den Weg zeigt. Amen.

EG 395 Vertraut den neuen Wegen
1. Vertraut den neuen Wegen, / auf die der Herr uns weist, / weil Leben heißt: sich regen, / weil Leben wandern heißt. / Seit leuchtend Gottes Bogen / am hohen Himmel stand, / sind Menschen ausgezogen / in das gelobte Land.
2. Vertraut den neuen Wegen / und wandert in die Zeit! / Gott will, daß ihr ein Segen / für seine Erde seid. / Der uns in frühen Zeiten / das Leben eingehaucht, / der wird uns dahin leiten, / wo er uns will und braucht.
3. Vertraut den neuen Wegen, / auf die uns Gott gesandt! / Er selbst kommt uns entgegen. / Die Zukunft ist sein Land. / Wer aufbricht, der kann hoffen / in Zeit und Ewigkeit. / Die Tore stehen offen. / Das Land ist hell und weit.

Fürbittegebet - Vaterunser
Barmherziger, treuer Gott,
wir schauen auf dieses Jahr zurück.
Ein Virus hat unser Leben verändert.
Was zuvor vertraut war, mussten wir aufgeben.
Wir waren in Sorge um manche Menschen.
Wir haben täglich von Infizierten und Toten gehört.
Wir haben uns nicht an die täglichen Zahlen gewöhnt.
Wir sind erschöpft.
Du aber warst bei uns,
barmherziger, treuer Gott,
wir legen dieses Jahr in deine Hände zurück.
Vor dich legen wir die vielen Leiden des vergangenen Jahres, die Existenzängste mancher Selbstständiger, die Schmerzen, die Erkrankung, den Tod..
Lass das Leben weiter blühen und die Furcht dieses Jahres vergehen.
Du warst immer bei uns, barmherziger, treuer Gott,
wir legen dieses Jahr in deine Hände zurück.
Menschen, die wir zuvor nicht kannten, wurden uns wichtig.
Wir sind dankbar für die Berührungen, die möglich waren.
Wir sind dankbar für die Hilfe, die wir erfahren haben.
Wir sind dankbar für die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Wir sind dankbar für die Musik.
Du bist bei uns,
barmherziger, treuer Gott,
wir legen dieses Jahr in deine Hände zurück.
Gib uns im kommenden Jahr deinen Segen,
mach das Dunkel hell,
und segne deine Welt
durch Jesus Christus,
der derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit.
Amen.


EG 541,1+2 Von guten Mächten wunderbar geborgen
1. Von guten Mächten treu und still umgeben, / behütet und getröstet wunderbar, / so will ich diese Tage mit euch leben / und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Von guten Mächten wunderbar geborgen / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

2. Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, / die du in unsre Dunkelheit gebracht, / führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. / Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Von guten Mächten wunderbar geborgen / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Bekanntgaben

Segensstrophe 541,3
3. Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, / so lass uns hören jenen vollen Klang / der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, / all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.


Segen
Musik zum Ausgang